Was ist das?
Gestaltet man eine Tagung kann man entweder auf herkömmliche Planung zurückgreifen, Experten einladen und als Organisator ein klares Tagungsprogramm erstellen oder man führt ein Barcamp durch. Hinter dem Barcamp steht die Idee, Tagungen und Workshops als offenes Format aufzubauen. Frei nach dem Bottom-up-Prinzip werden die Teilnehmenden selbst zu aktiven Partizipierenden, statt passiv Zuhörende zu bleiben.Barcamps können einerseits einfach zum inhaltlichen Austausch dienen, andererseits können am Ende eines Barcamps aber auch konkrete, umsetzbare Ergebnisse entstanden sein.
Was passiert?
Zu Beginn eines Barcamps steht noch kein Programm fest. Dieses wird erst in den ersten Stunden der Veranstaltung von den Teilnehmenden selbst im großen Plenum zusammengestellt. Alle Besucher_innen stellen sich zu Beginn vor und werfen drei Themen in den Raum, die gesammelt werden. Jeder, der eine Session leiten möchten, stellt das Thema kurz vor. Anschließend wird geschaut, wie groß das Interesse an dem Thema ist und ein passender Raum dafür ausgewählt. Eine Session dauert in der Regel 30 Minuten, kann aber auch auf 60 Minuten verlängert werden. So entsteht das gesamte Tagungsprogramm.
Am Ende des Barcamps werden die verschiedenen Ergebnisse der Sessions zusammengetragen und gesammelt. Die Moderation begleitet die Tagung im Hintergrund und fördert die Großgruppendynamik im Prozess, lenkt aber nicht aktiv die verschiedenen Diskussionen. Das Organisationsteam ist einerseits für die Rahmenbedingungen, z.B. die Verpflegung, das Vorhandensein von Stiften und Papier usw., zuständig. Andererseits ist es für eine adäquate Nachbereitung der Tagung zuständig, die für den Erfolg und die Umsetzung der Konzepte eine zentrale Rolle spielt.
Das erste Barcamp fand 2005 in Palo Alto in den Räumen der Firma Socialtext statt. Besonders im Interface Design erfreut es sich großer Beliebtheit. Da sich Barcamps sehr stark von herkömmlichen Konferenzen unterschieden, werden sie häufig auch als Un-Konferenz oder Anti-Konferenz bezeichnet.

