für Beteiligungs-, Zusammenarbeits- und Gestaltungsprozesse
Einführungsworkshop am 27. – 29. 4. 2012 in Berlin. Der genaue Veranstaltungsort und die Kosten folgen.
Egal ob es sich um die Bürgerbeteiligung an Großprojekten, um die Arbeit einer Initiative an der Zukunft ihres Dorfes, um die Kampagnenarbeit einer NGO, die Zusammenarbeit einer Organisation mit ihren Mitgliedern oder eines Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und Kunden handelt: die Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen sind komplex und vielschichtig.
Menschen, die von Veränderungen und Entscheidungen betroffen sind, fordern zu Recht frühe Beteiligung, Mitsprache, Transparenz und die Offenheit der Verfahren. Zum anderen sind sie mit ihrer eigenen Expertise, ihren Potentialen, Fähigkeiten und ihrem Wissen oft erst der Schlüssel bei der Erarbeitung wirklich stimmiger und erfolgreicher Konzepte, die später einen breiten Rückhalt und viel Unterstützung genießen.
Viele derzeitige Verfahren werden diesen Ansprüchen und Hoffnungen jedoch nicht gerecht. Das hängt oft damit zusammen, dass Verfahren und Prozesse formal oder linear gedacht werden. Management und Kontrolle der Verfahrensschritte sollen zwar einen reibungsloser Ablauf gewährleisten, doch nicht selten werden diese Verfahren als manipulativ, kalt und bürokratich wahrgenommen. Ineffiziente Lösungen, Projekte ohne Rückhalt, uninnovative Produkte und das Vorbeiplanen an den tatsächlichen Bedürfnissen sind leider nicht die Ausnahme.
Lebendige und innovative Beteiligungs-, Zusammenarbeits- und Gestaltungsprozesse müssen heute agil und flexibel sein, zwischen unterschiedlichen Ebenen vermitteln und die kollektive Intelligenz aller Beteiligter fördern. Denn nur so entsteht die Grundlage für sinnvolle, nachhaltige und realisierbare Konzepte, die die tatsächlichen Bedürfnisse adressieren, hohe Zustimmung genießen und alle Beteiligten ermutigen.
In den letzen Jahren sind viele Methoden und Werkzeuge für offene und transparente Prozesse entwickelt worden. Immer mehr Organisationen machen sich auf denWeg mit diesen Methoden und Werkzeugen zu arbeiten. Jedoch fehlt es noch häufig an gut ausgebildeten und erfahrenen Prozessbegleiter_innen, die sich in den verschiedenen Prozessformaten auskennen, die diese Prozesse initiieren, vorbereiten, begleiten und zu konkreten Ergebnissen führen können. Wir sehen in unserer eigenen Arbeit einen deutlich steigenden Bedarf.
In diesem Training vermitteln wir ein grundlegendes Verständnis von Beteiligungs-, Zusammenarbeits- und Gestaltungsprozessen, stellen Formate, Methoden und Werkzeuge vor und erarbeiten die Grundlagen, die für die Begleitung solcher Prozesse notwendig sind. Erste Erfahrungen mit den Methoden werden an Hand konkreter Übungen gesammelt. Das Training ist als Einführung konzipiert und eignet sich für Interessierte, die in eigenen Projekten Prozesse begleiten möchten und eine erste Orientierung in diesem Bereich suchen. Da die Qualität von Prozessbegleitung sehr stark von der eigenen reflektierten Erfahrung abhängt, werden für diejenigen, die auch professionell als Prozessbegleiter_innen arbeiten möchten, Aufbautrainings und praxisbegleitendes Mentoring folgen.
Inhalte und Prozessverständnis:
- Beteiligungs-, Zusammenarbeits- und Gestaltungsprozesse verstehen: ihre Voraussetzungen, ihre Dynamik, ihre Ergebnisse.
- Das nicht planbare Planen: Vorbereitungen beim Einstieg in einen Prozess.
- Die Richtigen zusammenbringen: wer macht mit?
- Den Rahmen definieren: zeitiche, inhaltliche und formale Begrenzungen konstruktiv nutzen.
- Mit inhomogenen Gruppen inhaltliche Auseinandersetzungen führen und gemeinsames Verständnis erarbeiten.
- Krisen und Konflikte als Motor für den Prozess nutzen.
- Die Intention halten und flexibel auf Kurs bleiben.
- Emergenz: neue, vorher nicht erkennbare Lösungen finden.
- Offenheit und Transparenz üben und kultivieren.
- Eigene Haltungen beobachten und hinterfragen.
- Zu Gestaltern werden: die Potentiale und die Kreativität aller Teilnehmenden fördern.
- Blockaden, Hemmungen und Machtstrukturen erkennen und mit ihnen arbeiten.
- Die Ebenen eines Prozesses erkennen und mit Ihnen arbeiten: z.B. inhaltliche, personale, historische, räumliche, politische Ebenen.
- Kollektive Intelligenz erzeugen und neue Formen der Zusammenarbeit einüben (Kollaboration)
- Verstätigung, Implementierung und Kultivierung: Strategien für die Umsetzung im Alltag.
Verfahren und Methoden:
wir bieten u.a. einen Überblick über folgende Verfahren und Methoden und vertiefen einige davon gezielt:
- Partizipatives Gestalten
- Open Space
- World Café
- Design Thinking und Human Centered Design
- Presencing (Theory U)
- Community Organizing
- Planungs- und Zukunftswerkstätten
- Entwurfsorientierte Mediation
- Werkstattformate (Planungswerkstatt, Bürgernahe Entwurfswerkstatt, Zukunftswerkstatt etc.)
- Agile Methoden (z.B. SCRUM)
- Bürgerforum
- Szenario Technik
- Innovation Camp
- Charette und Planungszelle
